Bienensterben

Obwohl unsere Bienen dieses Jahr vergleichsweise gut durch den Winter gekommen sind, und auch kooperierende Imkereien dbzgl. eher Gutes zu berichten haben, gibt es in der Presse auch dieses Jahr wieder eine große Anteilnahme am alljährlich in Deutschland stattfindenden Bienensterben. Nach dem die Krankheit der Amarikanischen Honigbienen, Colony Collapse Disorder (engl.; kurz CCD) bzw. Völkerkollaps, auch in Deutschland die Runde machte, ist’s doch immer eine leichte Arbeit bei der Jagd nach Lesern. Die FAZ hat sich bei ihrem gerade erschienen Artikel “Volk der Bienen, quo vadis?” nun aber mehr Mühe gegeben und differenziert genauer.

CCD: In unserer Imkerei hatten wir über den Winter all die Jahre keine beispiellosen Bienenvölkerverluste oder eine Unmenge an unbewohnten Bienenbehausungen, in denen fast alle Arbeitsbienen fehlen und in denen die paar verbliebenen Immen die Nahrungsaufnahme komplett verweigern, zu beklagen. Das liegt wohl daran, das Honigbienen in Deutschland vornehmlich von kleinen Imkereibetrieben gehalten werden. In Übersee ist das anders, dort sind Bienen vor allem “Pollinator” (Bestäuber) und werden als solche auch nur bezahlt – Honig interessiert dort nur am Rande. Deswegen werden die Tiere per Tieflader von der Mandelblüte in Kalifornien schnell ein mal zur Blüte der Blueberries nach Maine gekarrt. Das bedeutet Megastress, welcher vermutlich Hauptauslöser dieser Krankheit ist. Gift: Nicht nur in unserem Imkerverein, geht’s zu diesem Thema schnell hoch her. Stein des Anstoßes ist meist die ein oder andere Erkenntnis der wissenschaftlichen Institute, dass untersuchte Pflanzenschutzmittel kaum ein negativer Einfluss auf die Bienengesundheit nachzuweisen ist. Beschäftigt man sich dann noch mit Versuchsaufbau, Methodik oder Analyseverfahren ärgert man sich wirklich. Auch wir haben schon tausende Bienen tot vor jedem Bienenstock gefunden, und verhungert sind die ganz sicher nicht. Hier hoffen wir weiterhin auf professionelles Arbeiten der Wissenschaftler, die für gesündere Bienen forschen. Unser Tipp an Selbige: Sich die Evaluation der Wirkung von Pflanzenschutzmittel auf Honigbienen vom Hersteller des Mittelchens, auch nur zum Teil, bezahlen zu lassen, ist keine gute Idee. Soweit wie einige Verbandsfunktionäre, die den Wissenschaftlern Bestechlichkeit und Manipulation der Ergebnisse vorwerfen, möchten wir aber nicht gehen.

Varroamilbe: Bei Vorträgen auch des Bieneninstituts Hohen Neuendorf, haben wir gelernt, dass ~90 Prozent aller Völkerverluste aus Varroaschäden resultieren. Von den dann verbleibenden ~10 Prozent sterben über 60 Prozent durch Königinnenverlust. Das können wir für unsere Imkerei nur bestätigen. Für uns geht eindeutig von diesem kleinen Krabbeltier die größte Gefahr für unsere Bienen aus. Behandelt man die Bienen richtig, sterben nur ca. 10 Prozent aller Bienenvölker über den Winter, was eben im absolut normalen und natürlichen Bereich liegt.

Unser Fazit: Das immer wieder in den Medien geschilderte Bienensterben gibt es in Deutschland so nicht. Bienen sterben in Deutschland weil Landwirte aus Profitinteressen fragwürdige Tankmischungen auf blühenden Feldern ausbringen oder auf eine andere Art und Weise Pflanzenschutzmittel in der Natur verteilen die den Bienen schaden, und weil Imker ihre Honigbienen nicht richtig gegen die Varroamilbe behandeln.