O’zapft is

Wenn Imker träumen, fließt der Honig einfach mal so, aus einem Hahn an der Beute, direkt ins Glas. Nach dem Aufwachen ist es dann wie immer, man fragt sich, was für einen totalen Schwachsinn man da schon wieder geträumt hat. Jetzt wird mit dem Flow Hive so etwas aber tatsächlich gebaut. Der Honigtraum wird zum Honigraum. Die Waben eines solchen Ablauf-Bienenstocks bestehen aus PVC. In diese Kunstwaben lagern die Bienen über die Saison brav ihren Honig ein. Bei Bedarf können diese Plastikhonigzellen von außen per Kurbel verformt werden, so dass der Honig aus der Zelle fließt und über die Kunstwabe kanalisiert, letztendlich außen abgezapft werden kann. Technisch brillant, nur vergisst man dabei schnell die eigene Fürsorgepflicht für die kleinen Insekten. Propagiert wird ausschließlich die Einfachheit der Honigernte. Die Verantwortung die man mit dem Halten von Honigbienen automatisch übernimmt, bleibt unerwähnt. Maximaler Nutzen ohne nennenswerte eigene Leistung, nennt man auch Ausbeutung und das Halten von Bienen in Plastikbehausungen, nicht artgerecht.

Vorhersehbar ist ein Vorgehen, wie:

  • Paketbienen oder Schwarm im Frühjahr vom Imker kaufen
  • “Ablauf-Bienenstock” öffnen und Paketbienen reinschütten
  • Honig rauskurbeln bis in den Herbst
  • totes Bienenvolk abkehren

Der Nachteil des Crowd-Funding, man erreicht viele Menschen, denen die jeweilige Initiative inhaltlich eigentlich egal ist. Denen es nur darauf ankommt, sich reinzuwaschen, in diesem Fall eben ökologisch. So kommt es, dass dieses Ausbeutungsprojekt jetzt mit über 12 Millionen USDollar unterstützt wird.

Nicht gut für die Bienen.