Diese Saison heißen sie DE-7-45-658-2023 oder DE-2-221-70-2023 und stehen in den Wäldern rund um Gehlberg und warten auf Neuankömmlinge - Bienenvölker mit ganz besonderen Fähigkeiten. Sie kommen immer besser mit dem Hauptfeind der Biene, der Varroamilbe, zurecht. Das Tal, wo wir sechs unserer Kandidatinnen für das Amt der Zuchtmutter des nächsten Jahres abgegeben haben, ist tief, lang und abgeschieden. Um hier als Drohn hinzugelangen und zum Zuge zu kommen, muss man gesund, stark und kräftig sein. Genau das macht diese Belegstelle, das Wort für Stundenhotel in der Bienenwelt, so attraktiv für Imkereien. Denn, etwas platt formuliert: Je besser die Drohnen und deren Erbinformationen, desto gesünder die späteren Bienenvölker, desto besser der Honigertrag.
Mit jedem Jahr gehen so zunehmend Erbinformationen in unseren Bestand über und so profitieren wir immer mehr von diesem ausgelesenen Geblüt. Oder wie wir Imker sagen „von dieser Hämolymphe“ 😉
Nun, Belegstellen gibt es deren viele, aber keine ist die älteste Belegstation Deutschlands. Seit 1850 werden in Arnstadt und Umgebung Königinnen zur kontrollierten Paarung aufgestellt. Als die erste reinrassige Königinnen-Belegstelle wurde sie 1911 in Liebenstein eingerichtet und 1912 nach Gehlberg verlegt. Von so viel Tradition wussten wir vorher tatsächlich gar nichts.








Jetzt hoffen wir, dass möglichst viele unserer jungfräulichen Damen attraktiv genug für die Herren mit großem Durchhaltevermögen sind und sie es dann auch noch zurück in ihre Behausung schaffen, ohne vom Vogel oder der Libelle gefressen zu werden. In knapp zwei Wochen wissen wir dann mehr.



